rECOtimber als Alternative zum Tropenholz

Seit vielen Jahren gibt es Versuche von unterschiedlichen Gitarrenherstellern, Gitarren aus thermobehandelten Hölzern zu bauen. Bisher wurde jedoch in den meisten Fällen ausschließlich die Decke aus thermobehandeltem Holz hergestellt. Bei Baton Rouge Guitars haben wir im Rahmen eines Forschungsprojekts ein Verfahren entwickelt, das es ermöglicht, eine komplette Gitarre aus thermooptimiertem Holz zu bauen. Die ersten beiden Akustikgitarrenmodelle und ein Klassikgitarrenmodell sind nun auf dem Markt:

Das Holz wird im Verlauf des Verfahrens mehrere Stunden einer Mindesthitze von 150° C ausgesetzt. Dabei setzen unterschiedliche chemische Umbauprozesse ein, die das Holz austrocknen und dadurch sehr spröde machen. Die große Kunst ist es also, das genaue Verhältnis von Hitze und Dauer zu finden, um für jede Holzart den optimalen Modifikationsgrad zu erreichen.

Genau dafür ist die Wissenschaft wichtig, da die gewonnenen Erkenntnisse die Fehler­quoten drastisch reduzieren. Gleichzeitig lassen sich Kriterien festlegen, die auf klaren Messwerten beruhen. Auf Grundlage zahlreicher Klanganalysen (Modalanalysen) haben die Wissenschaftler etwa das Schwingungsverhalten von nativem und modifiziertem Holz untersucht und festgestellt, dass sich mit dem richtigen Verfahren bei allen Holzvarianten für den Gitarrenbau relevante akustische Eigenschaften verbessern lassen.

Die Nutzung von Tropenhölzern hat im Gitarrenbau eine lange Tradition. Das große Ziel ist es daher, unter Verwendung von einheimischen Hölzern klanglich an Gitarren aus Arten wie Mahagoni oder Palisander heranzukommen, sodass man zukünftig auf tropische Hölzer verzichten kann.